Die Geschichte von Woolworth

Eine Revolution im Handel

Woolworth begann mit einer Revolution. 1879 eröffnete Frank Winfield Woolworth einen Laden, in dem die Ware für jeden Kunden zum Greifen auf dem Tresen ausgelegt war. Das war komplett gegen den damaligen Usus. Üblich war es nämlich bis dahin gewesen, dass die Ware in Regalen war und die Kunden diese erst beim Kauf ausgehändigt bekamen. Dank Woolworths Idee hingegen konnten die Besucher die Ware nun anfassen, begutachten und vergleichen. Außerdem legte der Gründer feste Preise für die Ware fest. Auch das war zum damaligen Zeitpunkt ein komplett neuer Ansatz. Wegen der Festpreise von 5 Cent und 10 Cent hatten die Geschäfte im Volksmund den Namen „Five-and-Dime-Stores“.

 

Das Woolworth-Building als achtes Weltwunder

Das revolutionäre und einzigartige Konzept Woolworths kam bei der Bevölkerung so gut an, dass die Geschäfte schnell wuchsen. 1911, knapp 32 Jahre nach der Gründung, gab es bereits 1.000 Filialen und einen Jahresumsatz von 52 Millionen US-Dollar zu verbuchen. Dieser Aufstieg war Anlass dazu, sich ein Denkmal zu setzen. Dies geschah durch den Bau einer Verwaltungszentrale, die damalige Maßstäbe übertraf: Das Woolworth-Building, 1913 erbaut, stellte bis 1930 mit 241 Metern das höchste Gebäude der Welt dar. Aufgrund seiner Unvergleichbarkeit wurde es sogar als achtes Weltwunder bezeichnet.

 

Tod Woolworths und Expansion nach Deutschland

Nachdem 1919 Frank Winfield Woolworth starb, wanderten dessen Vermögen und der Großteil des Unternehmens in die Hände seiner Enkelin Barbara Hutton.

1927 eröffnete in Bremen die erste Filiale Woolworths in Deutschland. 1968 folgte in Frankfurt die erste Zentrale in Deutschland, die bis 2010 als Firmensitz diente.

 

Jubiläum und Neuausrichtung

Trotz der Probleme in Zeiten des Nationalsozialismus blieb Woolworth bestehen und wurde schnell wieder erfolgreich. Dies war Anfang der 70-er Jahre der Fall, als Neueröffnungen und Renovierungen dem Unternehmen wieder in die Erfolgsspur verhalfen. 1979 wurde ein Jubiläum gefeiert: 100 Jahre Woolworth!

Doch an die konstanten Erfolge der Vorkriegszeit konnte Woolworth nicht anknüpfen. Aufgrund einer sich ständig wiederholender wirtschaftlicher Schieflage schlossen in den USA, Großbritannien und Kanada die Woolworth-Filialen und das Unternehmen richtete sich auf den Handel mit Sportartikeln aus. Die deutsche Tochtergesellschaft Woolworths trennte sich von dem amerikanischen Mutterkonzern und betrieb die Woolworth-Märkte in üblicher Weise weiter. Hierzu gründete sich die „DWW Deutsche Woolworth GmbH & Co. OHG“ im Jahre 1998 neu.

 

Verhinderte Insolvenz und neues Konzept

Aufgrund sinkender Umsätze nahm Woolworth 2008 Umstrukturierungen vor, die die Märkte den Wünschen der Kunden anpassen sollten. Da diese nicht den gewünschten Erfolg zeigten, meldete das Unternehmen 2009 Insolvenz an. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt.

2010 übernahmen Investoren das Kaufhaus-Unternehmen und brachten es mit einem neuen Konzept auf Vordermann. 158 Standorte waren in der Übernahme inkludiert und erfuhren eine Umwandlung in moderne und innovative Kaufhäuser.

 

Ziele und aktuelle Entwicklungen

Woolworth strebt laut Planungen 800 Filialen in Deutschland an. 2016 gab es die 300. Filiale, die einen wichtigen Meilenstein in den Plänen darstellte.

Aktuell sucht Woolworth nach Immobilien in guten Geschäftslagen. In Fußgängerzonen, Einkaufsstraßen, Innenstädten und Stadtteilzentren möchte Woolworth sich in einem großen und hart umkämpften Markt durchsetzen. Das Ziel ist es, der größte deutsche Nahversorger zu werden. Das bereits vorhandene große Einkaufsnetz soll dazu die besten Voraussetzungen mitbringen.